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Noch mal zu Walter Womacka

Hat sich wer gewundert, warum ich Walter Womacka im letzten Beitrag nannte ? Kommentar oder Gästebuch sagen nichts dazu - dennoch möchte ich es erläutern. In seinem Buch "Farbe bekennen" hat er die 3 großflächigen Werke im Erdgeschoß des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Deutschen Demokratischen Republik am Marx-Engels-Platz "meine besten Arbeiten" genannt. Sie verdienten diese Bezeichnung ohne Einschränkung - Ortsbezug, Gedankentiefe, Farbgebung, Aktualität und Geschichtskonnex waren eindrucksvoll und übertrafen sein "Wenn Kommunisten träumen" unter den 16 Großgemälden im Palast der Republik noch.
Als die Bonner Herren das Gebäude vor dem Abriß einige Tage zur Besichtigung freigaben, fragte ich den "erläuternden" Vertreter des Bonner Auswärtigen Amtes, wie man diese Kunstwerke erhalten werde. Er verneinte diese Möglichkeit und nahm meinen Hinweis, daß bei gutem Willen das doch möglich sein müßte, wenn man zehn-, ja hundertfach umfangreichere Schätze wie z.B. Abu Simbel erhalten konnte, mit einem arroganten "Es geht nicht !" und dem Nachsatz zur Kenntnis:"Es wird alles dokumentiert, das ist die einzige Möglichkeit!" Mein Versuch, diese Dokumentation zu finden, war jahrelang im Auswärtigen Amt wie verschiedensten Baubehörden der BRD fruchtlos. Der Zufall führte mich schließlich zu einem Brandenburger Fotografen, bei dem einiges - unkomplett - aufzutreiben möglich war. So konnte ich mir zu meinem 75. Geburtstag eine Video-Präsentation unter Einbeziehung dieser Werke zum Geschenk machen, Professor Walter Womacka selbst bei der Januardemonstration in Friedrichsfelde kennenlernen und einiges von dem, was ihm nicht vorlag, übergeben..
Sein Buch sagt noch mehr zum Bilderstürmer-Banausentum der Bonner "Herren". Der Künstler hat außer dieser biografischen Abrechnung auch mit seinem Gemälde "Rückbau" dies schändliche Umgehen mit Kulturgütern dauerhaft angeklagt. Rechts unten hat er auch das Firmenschild der Abrißfirma festgehalten samt dem Text "Kampfmittelberäumung", wie "Rückbau" entlarvend. Wie gesagt:rechts, ganz unten.
Ceterum censeo:wem in diesem Zusammenhang der Palast der Republik einfällt - mir gehts ebenso, und die schwarz-rot-goldene Begeisterung dieser Tage kann es nicht verdecken, so sehr sie sich müht - nicht nur hier.

1.7.06 13:24, kommentieren

Versuch ich es weiter ...

. . . oder resigniere ich besser ? Seit der letzten Maidekade nicht ganz hundert Besucher scheint nicht übel und ein guter Tagesdurchschnitt. Aber Kommentare und Gästebucheinträge gibt es seit 23.5. bis heute nicht. Soll ich noch provokativer werden, als ich es bisher meine zu sein ? Oder ist es keinem Besucher der Mühe wert, seine Zu-oder Abneigung zu meiner Meinung festzuhalten ? Daß mir das eine wie das andere Freude machte, ist nicht entscheidend - nur für mich ein bißchen. Und so lautet ein Beschluß, daß der Mensch was lernen muß. Ich tu es mit einer Frist: Heute abend geht die FIFA-WM 2006 zu Ende. Eine reichliche Woche danach müßte sich dann die Möglichkeit, mir Reaktionen zukommen zu lassen, ergeben haben - dann seh ich weiter. Großzügig gerechnet also auf Wiederlesen um den 25.7., liebe Besucher !
Ceterum censeo: In Eberhard Esches"Wer sich grün macht . . ." gibts Wunderbares zur menschlichen Eitelkeit. Ich nehme mich da nicht aus !

9.7.06 15:56, kommentieren

"Es gibt nichts >Neues . . .

... unter der Sonne" laut Jesus Sirach unterm heutigen Datum im Spruchkalender. Die heutigen "Herren der Welt" hatten durch ihren General Ridgeway gedroht, er werde ein nicht gefügiges Land "in die Steinzeit zurückbomben". Das ist Jahrzehnte her. Heute bombt der Vasall des gleichen Staates den Libanon , alle ernsthaft verantwortungsbewußten Politiker sind sich der Gefahr bewußt, hier den Auslöser einer Weltkatastrophe zu erleben, wenn sich auch Frau Merkel hütet, ihrem Gast auch nur andeutungsweise dazu was zu sagen. Der war ja so sorgsam von allem weggesperrt, daß auch kein anderer ihm dazu hätte was sagen können - "dem Palme und dem Honecker hätte man da doch auf die Schulter klopfen können" war schön doppelsinnig von einem ehemaligen LPG-Bauern in Trinwillershagen gesagt, denn wer hätte dem ersten dort Besuch machenden Kriegsverbrecher schon solche Anerkennungsgeste bieten wollen ?
Ceterum censeo: Wenn es zu dickke kommt, muß man eine selbstverordnete Pause auch 10 Tage eher abbrechen können - ich habs gemeint zu müssen !

15.7.06 07:17, kommentieren

es brennt, Brider, es brennt !

nicht mehr nur unser Stedtel, der nahe Osten ist durch Israels Aggression gegen den Libanon zum Pulverfaß für die ganze arabische, und ganz wahrscheinlich für die ganze Welt geworden. Für 3 völkerrechtswidrig entführte Soldaten Israels bisher eine dreistellige, täglich wachsende Opferzahl von Libanesen, überwiegend Alte, Frauen Kinder. Die einfach zu Terroristen erklärt - Israel hat gut bei Bush und Konsorten im Irak gelernt und stellt wie diese Regierung der Staaten das Völkerrecht auf den Kopf, schwächt die Uno, wo es nur geht, und spricht den Opfern des Holocausts, den Lehren aus diesem Jahrhundertverbrechen kaltschnäuzig Hohn. Jeder tote Libanese, Palästineneser, Israeli, US-Soldat, jeder Tote welchen Landes auch immer ist einer zu viel !
Ceterum censeo: Es rettet uns kein höh'res Wesen . . . können wir nur selber tun !

26.7.06 13:30, kommentieren